Projektverantwortliche und Kuratorium konnten beim Stifterabend der Hermann-Schäfers-Stiftung die positive Entwicklung sowie einige der geförderten Projekte vorstellen.Aylin Öztekin
Jan Hindrichs begrüßte die Anwesenden als Vertreter des Treuhänders bevor Markus Lerche einen Überblick über die aktuelle Entwicklung der Stiftung gab und Michael Röder, Vorsitzender des Kuratoriums, die Aufgaben und Mitglieder des Kuratoriums vorzustellen. Cedrik Lukat, der bereits seit 9 Jahren darin mitwirkt und Dominik Müller, der neu hinzugekommen ist, führten mit der Vorstellung von einzelnen Projekten die Stiftungsarbeit vor Augen.
Das Männer-Kind-Wochenende des St. Antonius-Hauses bietet Vätern die Möglichkeit, außerhalb des oft hektischen Alltags bewusst Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Gemeinsame Aktivitäten fördern unvergessliche Erlebnisse und stärken die Beziehung zwischen Vätern und Kindern. "Für beide Seiten ist dieses Wochenende etwas ganz Besonderes. Die Vorfreude bei den Kindern ist bereits lange vor Beginn deutlich spürbar", berichten Melanie Meyer und Eileen Mindt, die das Angebot organisieren.
Charleen Wenus und Michael Klaiber vom Familienbüro stellten die Oktopus-Gruppe - dessen Name die Kinder aufgrund der Anpassungsfähigkeit und Resilienz dieses Tieres selber gewählt haben - vor. Das Angebot unterstützt Kinder, die früh Verantwortung innerhalb ihrer Familie übernehmen müssen und denen im Alltag häufig verlässliche Strukturen fehlen. Es soll die Kinder entlasten und ihnen einen geschützten Raum bieten, um ihre emotionalen Ressourcen zu stärken. Sie lernen, eigene Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und darüber zu sprechen. "Ein Erfolg ist für uns erreicht, wenn die Kinder gerne kommen, Vertrauen fassen und sich öffnen können.".
Ein weiteres Förderprojekt ist die Allgemeines Sozialberatung, die Marlis Garmatsch einmal wöchentlich anbietet. Sie unterstützt Menschen in schwierigen Lebenssituationen, um passende Hilfen zu finden und ihre persönliche Situation zu stabilisieren. In prekären Lebenslagen setzt sie dort an, wo andere Hilfesysteme an ihre Zuständigkeitsgrenzen stoßen und fungiert oft als ergänzende Anlaufstelle zu bereits bestehenden Unterstützungsangeboten. "Das Angebot ist offen für alle Hertenerinnen und Hertener. Gemeinsam mit den Betroffenen entwickle ich Perspektiven, finde individuelle Lösungen und ermögliche den Zugang zu weiterführenden Hilfen." erklärt Marlis Garmatsch.
So unterschiedlich die vorgestellten Projekte auch sind, eines wurde in den Berichten der Projektverantwortlichen deutlich: Viele Menschen sehen sich mit finanziellen Belastungen konfrontiert und blicken mit Sorge in die Zukunft. Mit inzwischen 406 Stifterinnen und Stiftern fördert Hermann-Schäfers-Stiftung in diesem Jahr 36 Projekte mit insgesamt 59.387 €. Damit ist sie zu einer wichtigen Säule für das Gemeinwohl in Herten geworden und setzt sie ein starkes Zeichen für Solidarität, Zusammenhalt und gelebtes Miteinander in der Stadt.
Die Fördermittel leisten auf mehreren Ebenen einen wichtigen Beitrag. Sie ermöglichen die Umsetzung und Fortführung der Projekte und geben gleichzeitig den Menschen Unterstützung und Orientierung, die von den Angeboten profitieren.
Die anschließende Diskussion über die Zukunft von Familien in Herten zeigte unterschiedliche Perspektiven auf. Einigkeit bestand darin, dass es zwar vor Ort zahlreiche Potenziale und Möglichkeiten zur Vernetzung gibt, jedoch finanzielle Unsicherheiten vielen Menschen die aktive Gestaltung ihres Alltags und ihrer Zukunftsperspektiven erschweren. Die fortschreitende Digitalisierung und sprachliche Barrieren belasten beim Zugang zu Informationen, Hilfsangeboten und gesellschaftlicher Teilhabe zusätzlich.
Vor dem gemütlichen Teil des Abends lud Jan Hindrichs noch unabhängig von Alter, sportlicher Erfahrung, allein, mit Freunden, Familie oder als Team zur Teilnahme am Zukunftslauf am 5.09.2026 im Backumer Tal ein. Bei der Premiere im vergangenen Jahr erliefen die Teilnehmenden rund 5.000 € an Spendengeldern. Die gelaufenen Runden werden von Sponsoren finanziell honoriert und kommen der Stiftung zugute.
Den Gemeinschaftsgedanken stellte Jan Hindrichs dabei in den Mittelpunkt: "Die Projekte machen es deutlich, wie wichtig es ist, miteinander verbunden zu sein - gemeinsam kann man viel erreichen und die soziale Zukunft Hertens weiter gestalten."
Weitere Informationen zur Stiftung, zu Spendenmöglichkeiten und zum Zukunftslauf erhalten Interessierte bei Jan Hindrichs (j.hindrichs@caritas-herten.de, Tel. 02366 304-430).